Februar 2017

„Babyzeichen? Brauche ich nicht, ich verstehe mein Kind auch so!“

Bild des Benutzers Anneke Sorger

Diesen Satz höre ich hin und wieder von Eltern, die das erste Mal von dem Thema Babyzeichensprache hören.Heute möchte ich hier meine Sicht dazu aufschreiben und erzählen, was ich meinen Kurseltern dazu gerne sage:

Natürlich BRAUCHT keiner die Babyzeichen. Eltern, die viel Zeit bei ihrem Kind verbringen, verstehen recht bald die Signale der Kinder. Sie haben ein Gespür dafür, ob ihr Kind hungrig oder müde ist oder sich langweilt, weil sie auf ihre Intuition vertrauen, weil sie gelernt haben, wie das Kind in entsprechenden Situationen reagiert oder weil es nun einfach die Zeit fürs Mittagessen oder Schlafen ist. Das klappt mal besser, mal schlechter. ALLE Eltern (auch die, die Babyzeichen verwenden) kennen die Situation, dass manchmal gar nichts funktioniert und das Kind einfach nicht zufrieden zu stellen ist, an anderen Tagen kann man das Kind lesen wie ein Buch.

ABER…. das sind alles Bedürfnisse des Kindes, die sich mit Hilfe der Intuition mehr oder weniger gut erkennen lassen. Doch unsere Kinder werden größer. Ihr Weltbild und ihr Wissen erweitern sich und ihre Bedürfnisse gehen bald weit über die Grundbedürfnisse wie essen und schlafen hinaus. Und genau da fangen die Babyzeichen an nicht nur besonders hilfreich zu sein, sondern auch richtig Spaß zu machen. Sie eröffnen uns und dem Kind eine ganz neue Welt. Wir erfahren von Dingen, die wir sonst nie erfahren hätten. So „erzählte“ mir meine 13 Monate alte Tochter, als wir unterwegs waren, dass sie baden möchte. Und zwar mit Papa. Ganz plötzlich, aus dem Nichts heraus. Das hätte ich ohne Gebärden nie verstanden, denn zu diesem Zeitpunkt sprach sie noch kein einziges Wort.Und meine Große zeigte mir mit 14 Monaten im Garten der Großeltern, dass sie schaukeln möchte. Die Schaukel hing an dem Tag nämlich nicht am Baum. Nicht nur, dass sie mir diesen Wunsch einfach mit der Gebärde zeigen konnte, ich war sehr erstaunt darüber, dass sie sich überhaupt an die Schaukel erinnerte (sie hatte sie nur einmal Monate zuvor gesehen). Dazu kam, dass sie sich eine (für mich) verständliche Gebärde für Schaukel ausgedacht hatte, wir hatten sie vorher nie verwendet.

Babyzeichen bieten noch viele weitere Vorteile, aber das hier möchte ich den Eltern gerne mit auf den Weg geben:

Babyzeichen öffnen ein „Fenster“ in die Gedankenwelt der Babys und sind damit eine ungemeine Bereicherung für Eltern UND Babys. Wir BRAUCHEN sie nicht. Genau so wenig wie wir Pekip, Babymassage, Musikkurse für Babys etc. brauchen. Trotzdem nehmen wir aus verschiedenen Gründen an solchen Kursen teil. Und es ist doch toll, dass es inzwischen so ein vielfältiges Angebot gibt, aus dem jeder frei wählen kann. Warum also nicht auch ein Angebot, dass uns ermöglicht unsere Kinder NOCH BESSER zu verstehen!

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Zwergensprache Kundenmagazin Ausgabe Nr. 12

Bild des Benutzers Vivian König

Die neue Ausgabe Nr. 12 des Zwergensprache-Magazins ist erschienen. Darin gibt es u.a. Wissenswertes zur "Macht der Sprache", zu verschiedenen Aspekten der Babymassage, Baby-News aus der Wissenschaft, Buchtipps, Internes aus dem Zwergensprache-Netzwerk sowie als Bastelbögen - dieses Mal winterliche Fensterbilder. Viel Spaß beim Schmökern!
http://www.babyzeichensprache.com/magazin/zwergensprachemagazin-12.php

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Sprache - Welt der Worte, Zeichen, Gesten

Bild des Benutzers Vivian König

Schön war es: Im Rahmen des Regionalgruppen-Treffens unseres Sachsen-Teams waren gestern einige Zwergensprache-Kolleginnen gemeinsam im Dresdner Hygiene-Museum zur Ausstellung "SPRACHE - Welt der Worte, Zeichen, Gesten". Diese läuft noch bis 20. August. Neben dem Spracherwerb von Babys, gab es viele Infos auch zur Gebärdensprache, Körpersprache und Mehrsprachigkeit. Besonders gefiel uns: die Texte der meisten Exponate werden auch mit Gebärden-Videos erklärt!

Und könnt Ihr auf dem Foto das Wort im Fingeralphabet der DGS entziffern?

 

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