Gefühle

Elisa hat Angst - starke Gefühle in der Tagespflege

Bild des Benutzers Katharina Schütze

Eines Tages in der Tagespflege unserer Kollegin Anja Gerlich in Braunschweig:

Die kleine Elisa, 18 Monate alt, kommt zur ihr und zeigt schon an der Eingangstür, dass sie ANGST hätte. "Ja, was ist passiert? Was macht dir denn Angst?" Da geht die kleine Maus ans Fenster und zeigt das Zeichen für VOGEL. Anja ist sehr verwundert. Die Wiese und das Feld vor dem Haus sind eigentlich spannende Beobachtungsorte für die Kleinsten. Auch jetzt sind wieder zahlreiche Vögel zu entdecken, die nach Würmern und Käfern suchen. Elisa bleibt dabei, sie hat ANGST. "Du hast Angst. Ich bin da, ich pass auf und wir lassen heute das Fenster zu!"

Elisa ist beruhigt. Anja hat zumindest verstanden, dass ihr heute die Vögel irgendwie unheimlich sind. Die Angst erst einmal einfach anzuerkennen ist schon die Hälfte der Miete um mit diesem (und auch anderen) Gefühlen umzugehen.

Danach geht erstmal alles seinen gewohnten Gang in der Tagespflege; Frühstück, Spielzeit, Mittag. Am Nachmittag wird immer viel gesungen. Gerade sind Kniereiter der Hit, egal ob als tickende Uhr, ruckelnde Kutsche oder mit dem Pferdchen:

"Hoppe hoppe Reiter, wenn er fällt dann schreit er,
fällt er in den Graben fressen ihn die RABEN..."

Da kommt die Erleuchtung! Auf dem Feld vor dem Haus gibt es auch die großen schwarzen RABEN. Elisa hat Angst vor den Raben! Sie könnte wohl von ihnen gefressen werden! Ohje...

Seitdem wird in der Tagespflege bei Anja immer gesungen:

"Hoppe hoppe Reiter, wenn er fällt dann schreit er,
fällt er in den Graben kommt der KRANKENWAGEN,
fällt er in den Sumpf, macht der Reiter plumps!"

Wie erstaunlich es doch ist, welche Rückschlüsse und Zusammenhänge schon unsere kleinen Zwerge herstellen. Und wie wertvoll ist es, dass wir durch die Gebärden schon in dieser frühen Zeit Einblick in die Gedankenwelt der Kleinsten bekommen!
 

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Gefühlsstarke Kinder - Neue Sichtweise durch Nora Imlau

Bild des Benutzers Katharina Schütze

Es lohnt sich doch immer wieder über den Tellerrand zu schauen, und hier und da einen Vortrag oder Buch neugierig ins Visier zu nehmen, wenn es darum geht den eigenen Standpunkt zu reflektieren oder neue Sichtweisen kennen zu lernen. So hat es auch unsere Kollegin Nadine John aus Hannover getan und schildert ihre Eindrücke:

"Kürzlich war ich bei Nora Imlaus Lesung zu ihrem neuen Buch "So viel Freude, so viel Wut”, es war ein gelungener Abend. Denn Nora Imlau kann Alltagssituationen mit Kindern wunderbar lebendig schildern und schafft auf humorvolle Weise Verständnis für Kinder und Eltern. Mit ihrem neuen Buch führt sie den Begriff der “Gefühlsstarken Kinder” ein, was bei vielen Eltern im Auditorium zu großer Begeisterung und Zustimmung führte, hingegen von Pädagogen kritisch betrachtet wurde. Auf die Diskussion, ob gefühlsstarke Kinder “normal” sind wie Nora Imlau diese Kinder sieht oder ob sie unter eine Diagnose wie autistisch oder ADS fallen, möchte ich hier nicht eingehen. Wertvoll war für mich der Ansatz von Nora Imlau mit ihrem neuen Buch Eltern Tipps vorzustellen wie sie und ihre Kinder den Alltag entspannter gestalten können und dass Nora Imlau für mehr Verständnis wirbt, wenn Kinder ihre starken Gefühle zeigen (unabhängig dafür, ob das Kind gefühlsstark ist oder nicht). Beispielsweise ihr Satz: “Kinder machen kein Drama, sie erleben ein Drama.” hilft uns Eltern den nächsten Wutausbruch unseres Schatzes gelassener zu begleiten."

Wer neugierig geworden ist, findet mehr Informationen unter: https://www.randomhouse.de/gefuehlsstarke-kinder/UEber-das-Buch/aid79843_16388.rhd
 
P.S. Die Gebärden für die Gefühle wie z.B. FREUDE, LIEB HABEN, ANGST HABEN, WÜTEND oder TRAURIG SEIN zeigen und besprechen wir in den Eltern-Kind-Kursen oder Anfänger Workshops. So haben schon die ganz kleinen Zwerge, die Möglichkeit ihren mitunter starken Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Manch eine Situation wird für uns Eltern oder Betreuuer dadurch verständlicher... mehr dazu im nächsten Blogbeitrag!

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Von der Wichtigkeit, Gefühle zu spiegeln und zu versprachlichen

Bild des Benutzers Vivian König

Trost ist für Babys und Kleinkinder wichtig! Möchten wir nicht auch in den Arm genommen werden und uns geborgen fühlen, wenn es uns mal nicht so gut geht? Das Spiegeln und Versprachlichen des Geschehenen ist für Kinder dabei enorm wichtig. So lernen Sie, ihre eigenen Empfindungen kennen und deuten. Die kindgerechte Begleitung der Worte und die Veranschaulichung dieser mit Hilfe von Babyzeichen erleichtert den Kleinen das Verstehen und Einordnen sowie Wiedererkennen. Die Babyzeichen für Gefühle sind deshalb ein wichtiger Bestandteil unserer Eltern-Kind-Kurse und Seminare. Wir möchten dazu beitragen, dass Kinder in Geborgenheit aufwachsen, wertschätzend begleitet werden, ihre Eigen-Wahrnehmung stärken und ihnen die Möglichkeit sprichwörtlich in die Hand legen, von klein auf in Verbindung mit ihren Bedürfnissen zu sein.
Schaut doch auch mal hier in diesen schönen Artikel zu bindungsorientierter Elternschaft hinein:
http://geborgen-wachsen.de/2013/06/06/ist-doch-nicht-so-schlimm-ist-es-d...

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