Zwergensprache, ein umfassendes Programm zum Erlernen und Vermitteln der Babyzeichensprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Lizenz der Zwergensprache GmbH
Zwergensprache-Häschen
Zwergensprache

Mit Babys auf dem Weg zur Sprache

  • Titelbild Zwergensprache Magazin 10

Zwergensprache-Kursleiterin im Interview:
Karin Feist

 

Die diplomierte Sozialarbeiterin Karin Feist ist seit 2006 im Netzwerk der Zwergensprache-Kursleiterinnen. Zudem hat die Mutter zweier Söhne die Zwergensprache-Gebietsleitung für Baden-Württemberg und das Saarland übernommen. Als Dozentin ist sie außerdem im Qualifizierungsprogramm für Tagesmütter und -väter im Landkreis Rastatt tätig.

 

Karin, Wie bist Du zur Zwergensprache gekommen?

Als mein erster Sohn etwa 3 Wochen alt war, erzählte mir eine Kollegin meines Mannes von der Zwergensprache. Ich konnte erst gar nicht glauben, was sie mir da erzählte: Kinder können schon vor der Lautsprache mit Gebärden „sprechen“. Das hörte sich nach neumodischem Förderprogramm an, und ich dachte, dass das sicher nichts ist, was ich machen will. Irgendwie hat es mich dann aber doch mehr interessiert. Ich schaute ins Internet und habe mir nach nur einem einzigen Recherche-Abend das erste Buch der Zwergensprache-Gründerin Vivian König bestellt. Und dann war ich Feuer und Flamme.

 

Was ist für Dich das Schöne an Babyzeichen?

Zu sehen, wie begeistert die Kleinen sind. Sie sind so kommunikativ, folgen uns mit einer unglaublichen Aufmerksamkeit. Und sie machen sich, so klein wie sie sind, ganz hinreißende Gedanken – an denen wir durch Babyzeichen teilhaben können. Das ist für mich das schönste an Babyzeichen.

 

Was ist Dir besonders wichtig in Bezug auf Babyzeichen und deren Vermittlung?

Es geht mir nicht darum, dass die Eltern und Kinder wahnsinnig viele Zeichen lernen. Viel wichtiger ist mir, dass wir dadurch, dass wir uns mit den Gebärden beschäftigen einen ganz anderen Blickwinkel auf unsere Kommunikation werfen. Wie werden achtsamer und beobachten genauer, was uns die Kinder auch ohne Sprache mitteilen.

 

Du bist diplomierte Sozialarbeiterin. Beeinflusst das Deine Arbeit als Zwergensprache-Kursleiterin?

Durch meinen Studienschwerpunkt im Bereich Kinder- und Jugendsozialarbeit habe ich viel Hintergrundwissen in Themen wie Gesprächsführung, Moderationstechniken und Entwicklungspsychologie. Das beeinflusst meine Kurse durchaus. Hinzu kommen meine persönlichen Erfahrungen als zweifache Mutter. Ich bin aber auch immer offen für die vielen Anregungen, die ich von meinen Kursteilnehmerinnen mitnehmen darf.

 

Was machst Du, wenn Du Dich ausnahmsweise mal nicht Babys und Kindern widmest?

Mein neuestes Hobby sind Bienen. Wir haben seit Mai ein eigenes Bienenvolk im Garten und indirekt kommt das auch meinen Kursen zugute. Wenn ich die Bienen bei ihrer Arbeit beobachte, kann ich selbst in stressigen Zeiten wieder Kraft tanken und meine Achtsamkeit schulen.

 

Welches ist Dein schönstes Babyzeichen-Erlebnis?

Als mein ältester Sohn etwa 10 Monate alt war, ist er nachts oft hochgeschreckt und hat geweint. Ich bot ihm den Schnuller an, doch den wollte er nicht. Ich probierte es mit streicheln und gut zureden – kein Erfolg. Das ganze endete meist damit, dass ich ihn irgendwann in unser Bett holte und er an meiner Brust wieder einschlief. Ich selber war oft noch lange wach und grübelte. Wie lange sollte das so weitergehen mit den halb durchwachten Nächten? Eines Nachts, mein Sohn war wieder einmal hochgeschreckt und ganz außer sich, zeigte er mir das Zeichen für „Musik“. Ich wunderte mich und dachte, es sei eine Erinnerung an den Tag, denn zu dieser Zeit war „Musik“ sein absolutes Lieblingszeichen. Aber dann sang ich ihm einfach sein Gute-Nacht-Lied vor. Und er drehte sich um und schlief ein. Ich war völlig perplex – nie zuvor war ich auf die Idee gekommen, ihm zu nachtschlafender Zeit einfach etwas vorzusingen. Aber so ist das, manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Mein Sohn hatte wahrscheinlich nur etwas aufregendes geträumt und brauchte nun die Sicherheit, dass alles gut ist und er weiterschlafen kann.

 

Was wüschst Du Dir für die Zukunft?

Da hab ich gleich drei Wünsche: Ich wünsche mir, dass die Babyzeichensprache noch bekannter und ein selbstverständliches Kommunikationsmittel in immer mehr Familien und auch Kitas wird. Ich wünsche mir noch viele tolle Kurse mit vielen begeisterten Kindern und Eltern. Und ich wünsche mir dringend Verstärkung. Neue Kursleiterinnen für Karlsruhe und Freiburg wären toll, damit ich zu den dortigen Kursen nicht mehr so weit fahren muss.

 

Erfahren Sie mehr über Karin Feist, Veranstaltungen und aktuelle Termin auf ihrer Kursleiterinnen-Homepage: http://www.babyzeichensprache.com/zwergensprache/feist.php

 

Sind Sie interessiert, KursleiterIn zu werden? Dann melden Sie sich bitte!


          
 
Ausgabe 10/2015
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