Zwergensprache, ein umfassendes Programm zum Erlernen und Vermitteln der Babyzeichensprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Lizenz der Zwergensprache GmbH
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Zwergensprache

Mit Babys auf dem Weg zur Sprache

  • Titelbild Zwergensprache Magazin 13

Babyzeichen im Kita-Alltag
Erfahrungsbericht einer Erzieherin

 

von Eva Schneider

 

Die Arbeit in einer Kindertagesstätte ist sehr vielseitig, spannend und mit viel Freude verbunden. Es gibt jedoch auch einige Herausforderungen, denen sich das Team im Arbeitsalltag stellen muss. Es treffen verschiedene Kulturen aufeinander, es gibt eine große Anzahl an Kleinkindern im unter 3 Bereich und Kinder mit Beeinträchtigungen, die einen erhöhten Förderbereich haben. Häufig ist es ein Spagat, den Kindern in all diesen Situationen gerecht zu werden.

Die Kinder stehen mit ihren Bedürfnissen und Wünschen im Vordergrund und sollen so gut wie möglich den Kitaalltag mitbestimmen und ihre Vorschläge, Ideen und Sorgen teilen können. Dabei spielt die Kommunikation eine enorm große Rolle.

Die meisten Kinder haben ein großes Mitteilungsbedürfnis und Freude daran, mit Erziehern und anderen Kindern in Kommunikation zu treten. Nicht alle Kinder sind aber in der Lage, über Lautsprache zu kommunizieren und nutzen instinktiv Gestik und Mimik, um sich mitteilen zu können.

Ich arbeite nun bereits seit 5 Jahren intensiv mit der Babyzeichensprache im Kitaalltag und habe jede Menge tolle Erfahrungen dabei gesammelt. Diese Art der unterstützenden Kommunikation durch einfache Zeichen, erleichtert den Kindern, einen Zugang zur Sprache zu bekommen. Für mich als Erzieherin stellt die Babyzeichensprache ebenfalls eine große Unterstützung dar. Ich kann meine gesprochene Sprache durch ein Zeichen verdeutlichen, was den Kindern Sicherheit vermittelt und für sie mehr Transparenz in den Alltag bringt. In Essenssituationen können die Kinder über die Babyzeichen mitteilen, ob sie beispielsweise „noch mehr“ wollen, „Wasser“ trinken möchten oder „satt“ sind.

Auch beim Freispiel oder bei Angeboten ist es leichter herauszufinden, wo ihre Interessen liegen und ich kann darauf reagieren. Übergänge, zum Beispiel vom Essen zum Waschen und anschließendem Mittagsschlaf oder das Beenden eines Spiels mit anschließendem Aufräumen, können sehr gut durch Babyzeichen begleitet werden, was besonders für die Kleinsten eine wichtige Rolle spielt und die Situation für sie verständlich und vorhersehbar macht. Ich erlebe in meiner täglichen Arbeit mit den Babyzeichen, dass die Kinder einen wesentlich intensiveren Blickkontakt aufbauen, sich durch die Zeichen bereits im Kleinkindalter untereinander besser verständigen können und es deutlich weniger Frustrationserlebnisse gibt.

Mit nur wenig Aufwand ist die Babyzeichensprache bei uns in der Kindertagesstätte eine große Bereicherung für Erzieher, Kinder und deren Familien und ich für mich ist es jedes Mal eine tolle Erfahrung, wenn mich die Kinder an ihrer Erlebnis- und Gedankenwelt teilhaben lassen.  


          
 
Ausgabe 13/2017
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