• Titelbild Zwergensprache Magazin 14

Kursleiter im Interview: Markus Ritter

Markus, wie bist Du zur Zwergensprache gekommen? 

Das Thema Kommunikation fesselt mich an sich. Von Babyzeichen erfahren habe  ich durch eine Freundin, die etwa anderthalb Jahre vor uns ihr erstes Kind  bekommen hatte und auf die Zwergensprache gestoßen war. Für mich stand  ziemlich schnell fest, dass ich in diesem Bereich mehr lernen wollte. Was mich zur  Entscheidung gebracht hat? Bei uns Menschen – da spielt das Alter keine Rolle –  geht es um Bedürfniserfüllung, und je früher wir Bedürfnisse verstehen, desto tiefer  kann einen Verbindung aufgebaut werden. Wenn mein Sohn mir zeigen kann, was  er möchte und ich verstehe es, dann ist das eine win/win Situation: sein Bedürfnis  zu erfüllen bedeutet für mich, mein eigenes Bedürfnis, für ihn zu sorgen, zu erfüllen.   

Seit wann bist Du Kursleiter?  

Meine Partnerin und ich haben die Ausbildung im Juni 2017 absolviert, kurz vor der  Geburt unseres Sohnes im August. Im September 2017 habe ich dann noch die  Weiterbildung zum Kursleiter 2 gemacht. Teilweise geben meine Partnerin und ich  Kurse zusammen – sie übernimmt dann meist das Anstimmen und ich den  Theorieteil. Wir beide geben aber auch Stunden allein – je nach dem, wie es passt.  Wir sind flexibel und ergänzen uns sehr gut.  

Was macht Dir als Kursleiter besonders Spaß? 

Die größte Freude bereitet mir ein Lächeln im Gesicht eines Kindes, wenn es  genauso Spaß hat wie ich. Mit den Kindern zu kommunizieren, auf welche Art und  Weise auch immer und ihnen dann noch etwas vermitteln, ist wirklich eine  bereichernde Zeit. Glückliche und lebensfrohe Kinder zu erleben ist ein riesen  Geschenk! Wie heißt es so schön: Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn  wir es teilen. 

Warum sind Babyzeichen aus Deiner Sicht auch etwas für Papas? 

Meiner Meinung nach können Papas mit den Babyzeichen zu ihren Kindern eine  tiefere Verbindung aufbauen. Ich verstehe mein Kind viel früher, und es fühlt sich  dadurch verstanden. Das schafft Vertrauen und für das Kind Selbstbewusstsein.  Das Kind weiß, dass sowohl Mama als auch Papa seine Bedürfnisse erfüllen  können. Um etwas größer und allgemeiner zu denken: unsere Kinder brauchen  coole Papas, die mit den Kindern auch „etwas anfangen“ können. Ich möchte  Papas motivieren, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen, Zeit mit ihnen verbringen  und mit ihnen in Kontakt zu gehen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass mir  mein Sohn sooooo viel zurückgibt, was nicht mit Geld zu bezahlen ist. Ich bin fest  davon überzeugt, dass auch Babyzeichen ein Teil dazu beigetragen haben. 

Was war Dein schönstes Babyzeichen-Erlebnis? 

Wir schauten ein Buch mit Tieren an und auf einmal zeigt unser Sohn „Pferd“. Da  haben wir uns sehr gefreut, da er sonst immer mal wieder sporadisch Zeichen  gemacht hat, jedoch ohne wirklich erkennbaren Zusammenhang. Und seit ca. 2  Wochen explodieren die Zeichen regelrecht. Das ist gerade so schön, mitzuerleben,  wie er uns den Mond zeigt, die Vögel sieht oder die Autos und Laster bemerkt. Was  uns auch sehr froh macht, und gleichzeitig unser Bedürfnis nach Sicherheit erfüllt:  wir haben einen Kaminofen zu Hause. Er läuft bis auf ca. 1m nah dran, stellt sich  hin, macht das Zeichen für aua (was bei uns auch heiß ist) und geht wieder spielen. 

Was wünschst Du der Zwergensprache für die Zukunft? 

Ich wünsche mir, dass die Zwergensprache als fester Bestandteil in Krippen, Kitas  und bei Tagesmüttern wird. Was wäre, wenn sich Kinder aus unterschiedlichen  Krippen begegnen und miteinander „reden“ können, ohne zu sprechen. Ich habe es  so noch nicht erlebt, aber ich finde die Vorstellung schön.    

Markus‘ Homepage im Internet:  
https://www.babyzeichensprache.com/zwergensprache/ritter.php  

 


  Ausgabe 14/2018
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