• Titelbild Zwergensprache Magazin 15

Tragen im Sommer

Tragen im Sommer

von Michaela Schmidt

Langsam steigen die Temperaturen an und die Tage werden wieder länger, darum haben wir ein paar Tipps für Euch, wie Ihr Eure Kinder trotzdem ganz cool und gelassen durch den Sommer tragen könnt.

Die direkte Sonne, vor allem die Mittagssonne (etwa 10.00 – 15.00 Uhr), besser vermeiden und sich im Schatten oder in kühlen Räumen aufhalten. Sollte dies nicht möglich sein, gibt es entsprechende Taschenschirme mit UV Schutz (ein Regenschirm hat keinen UV-Schutz), die man sich für diese «Notfälle» besorgen und benutzen kann. 

Wichtig ist, dass man als Trageperson auf jeden Fall genug trinkt und Stillkinder bei Bedarf so oft stillt, wie sie möchten. Viele Stillkinder wollen instinktiv die Brustseite öfter wechseln, damit Sie mehr von der wässrigen Vormilch bekommen. Kinder, die nicht mehr gestillt werden, sollten unbedingt regelmässig Wasser zu sich nehmen. Ideal ist eher handwarmes Wasser. Das Wasser nicht gekühlt reichen. Man sollte regelmässig die Temperatur im Nacken des Kindes kontrollieren. Dort merkt man, ob das Kind schwitzt oder eher friert.

Perfekt geeignet für die warmen Tage sind dünnere Tragetücher/Ringslings & wenig gepolsterte Tragehilfen mit Baumwolle, Leinen, Hanf oder eine Kombination aus diesen Fasern. Das Tragetuch bzw. die Tragehilfe oder der Ringsling gelten als zusätzliche Kleidungsschicht. Eine einlagige Bindeweise wie das Känguru als Trageweise für vorne, der einfache Rucksack als Rückentrageweise oder mit einen Ringsling sind gut geeignet. Wenn Euch und Eurem Kind dennoch zu warm oder unwohl ist, solltet Ihr das Tragen nicht erzwingen. Man wird zwangsläufig im Sommer an den Kontaktflächen getragenes Kind/Trageperson schwitzen, dies stellt aber kein Problem dar, da wir Erwachsene für die Kinder «mitschwitzen». Da sich die Temperaturen so ganz wunderbar von Träger und getragenem Kind anpassen, ist eine Überhitzung ausgeschlossen.

Achtet darauf, die Haut Eurer Kinder vor der Sonne zu schützen. Je nach Stoff gelangt mehr oder weniger UV-Strahlung an die Haut. Dicht gewebter, dunkler Stoff ist am wenigsten durchlässig.  Kleidung, die stark abgenutzt und/oder nass ist, verliert komplett Ihre Schutzwirkung. Sehr gut geeignet ist leichte & weite Kleidung aus einem Wolle-Seide Gemisch oder aus Baumwolle. Wir empfehlen einen weiten Langarm-Body oder ein weites Langarm-Shirt eine dünne Strumpfhose oder eine lange Hose mit dünnen Socken und einen Sonnenhut mit Nackenschutz. Die Unterschenkel der Traglinge sollten komplett von den Hosenbeinen bedeckt sein. Falls Sie hochrutschen oder zu kurz sind, kann man den Kindern auch leichte, dünne Babystulpen/Babylegs anziehen. Man kann die Beine auch alternativ mit den Tuchenden abdecken, wenn es ein etwas dichter gewebtes Tragetuch ist. 

Unser natürlicher Hautschutz vor der Sonne basiert auf der Pigmentierung der Haut. Diese Pigmentierung ist bei Babys noch nicht so stark ausgeprägt und vorhanden wie bei uns Erwachsenen. Chemische Sonnencremes besitzen oftmals Substanzen, die eine hormonähnliche Wirkung haben. Diese dringen dann in die oberste «sehr dünne» Hautschicht der Babys ein. Deshalb empfehlen wir den Verzicht auf chemischen Sonnencremes. Einen zusätzlichen, natürlichen Sonnenschutz kann man erhalten, wenn man die freien Hautstellen (z.B. Gesicht, Hände) der Kinder zusätzlich mit Sheabutter, Kokosöl oder einer mineralischen Sonnencreme einreibt.

Autorin: Michaela Schmidt, Trageberaterin nach ClauWi Trageschule Schweiz.


  Ausgabe 15/2019
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